a true crime experience

Bitte überweisen Sie mir 10 Millionen

Wie von Mariya gewünscht, schreibe ich eine Email an die Adresse, die sie mir zuvor mitgeteilt hat und die laut ihren Angaben zur Deutschen Bank in Indien gehört. Dass diese Adresse ganz offensichtlich nicht zur Deutschen Bank gehört, konnte ich zweifelsfrei feststellen, daher lasse ich mich auf das Spiel ein und schreibe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

es schreibt Ihnen Thomas Haselmann aus Deutschland. Die wunderbare und sterbenskranke Mariya Singh bittet mich, Kontakt mit Ihnen aufzunehmen. Ich wurde von ihr auserwählt, den finanziellen Nachlass ihres verstorbenen Mannes in Höhe von 10.850.000,00 € zu verwalten.

Im Anhang finden Sie die Dokumente, die Frau Singh mit übermittelt hat. Damit sollte einer Überweisung nichts mehr im Wege stehen und ich freue mich schon auf den Geldeingang.

Sonnige Grüße nach Indien

Thomas Haselmann

Ich füge der Email die beiden Dokumente bei, die Mariya mir mit der letzten Email übermittelt hat. Ich bin gespannt, ob ich hier eine Antwort bekomme und wer mir wohl antworten wird.

Zudem möchte ich auch Mariya gleich darüber informieren, dass ich Kontakt mit der Bank aufgenommen habe und sende ihr noch ein paar kurze Zeilen ans Sterbebett:

Liebe Mariya,

es freut mich sehr, Deine Worte zu lesen. Kurzzeitig hatte ich die Befürchtung, Deine schrecklichen Krankheiten hätten Dich dahingerafft, noch bevor mich das Geld erreicht.

Ich habe, wie von Dir gewünscht, Kontakt mit der Deutschen Bank in Indien aufgenommen und die Dokumente von Dir an die Bank weitergeleitet.

Darf ich Dich fragen, warum Du ausgerechnet mich dafür auserwählt hast, die Millionen Deines verstorbenen Mannes zu verwalten?

Liebe Mariya, bitte halte noch etwas durch, bevor Du Deinem Schöpfer-Triumvirat gegenübertrittst. Ich melde mich, wenn ich von den Bänkern eine Rückmeldung bekommen habe. Vielleicht kannst Du auch noch mal bei der Bank nachfragen, ob meine Email dort angekommen ist?

Viele Grüße nach Indien

Dein guter Freund Thomas

Scheinbar nimmt die Sache hier eine entscheidende Wendung: Ganz offensichtlich ging es nicht nur darum, meine Daten abzugreifen. Aber ich habe keine Idee, wohin mich Mariya mit ihrer Geschichte führen wird. Ich bin gespannt auf die Antwort aus Indien.

5 Kommentare

  1. Claudia

    Ich bin auch gespannt 🤩

  2. cloDe b.

    Was da wohl noch kommt… am Ende fordern die horrende Gebühren für die “Transaktion”. Ich fiebere der Fortsetzung entgegen

    • Thomas

      Ich freue mich, dass Du Spaß beim Mitlesen hast. Die Geschichte um Mariya wird noch sehr viele – wie ich finde – unvorhersehbare Wendungen nehmen. Wie sie ausgeht kann ich noch nicht sagen: Das alles ist keine Fiktion, sondern passiert gerade tatsächlich!

  3. Tom Wild

    Hallo Thomas.
    Ich bin gespannt, was sich Mariya noch einfallen lässt. Aber begibst du dich da nicht auf ein Terrain, das nicht ungefährlich ist? Schließlich hast du deinen echten Namen preisgegeben.
    Jedenfalls drücke ich dir die Daumen.
    Lg Tom

    • Thomas

      Da mein Vor- und der Nachname Teil meiner Email-Adresse sind, ist der Name also schon bekannt. Bei allem anderen halte ich mich aber bedeckt. Viele Grüße!

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