a true crime experience

Das wahre Gesicht der Mariya Singh

Ich lade mir die Anhänge auf meinen Computer und schaue mir die Dateien etwas genauer an. Mariya hat mir vier JPG-Dateien gesendet, die sich nach Prüfung tatsächlich “nur” als Bilder herausstellen:

Diese vier Bilder hat mir Mariya gesendet.

Ich sehe eine Frau im Krankenbett. Das religiöse Mal auf der Stirn deutet auf eine Hindi hin. Die Bilder unterstreichen die Geschichte, die mir Mariya von sich erzählt hat. Trotzdem traue ich ihr nicht und mache mich weiter auf die Suche nach Hinweisen. Behilflich ist mir dabei die Google Bildersuche.

Google findet dieses Bild über 1000 mal im Internet

Ich lade ein Bild von Mariya hoch, und Google zeigt mir, ob und wo das Bild im Internet noch zu finden ist. Über 1000 Vorkommen des Bildes offenbaren einen interessanten Aspekt: Das Foto zeigt keineswegs meine Wohltäterin Mariya Singh, es ist ein Foto der indischen Schauspielerin und Politikerin Jayalalitha Jayaram. Diese war bis zu ihrem Tod im Jahr 2016 Regierungschefin in Tamil Nadu, einem Bundesstaat im Süden Indiens. Mehr Infos zu ihr gibt es bei Wikipedia.

Entweder ich korrespondiere die ganze Zeit mit einer toten Person, oder Mariya scheint eine Lügnerin zu sein und mir falsche Tatsachen vorzuspielen. Aber warum sollte sie das tun? Ich begebe mich weiter auf Spurensuche, und auch das Auslesen der in der Bilddatei gespeicherten Informationen bestätigt meinen Verdacht:

Auszug aus dem Code der Bilddatei

Die Versender der Email an mich haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Herkunft der Bilder zu verschleiern. Keine Verfremdung, keine Manipulation. Einfach nur ein paar geklaute Bilder aus dem Internet, die eine kranke Inderin zeigen. Mariya ist eine Lügnerin, und ich möchte sie wissen lassen, dass ich sie durchschaut habe.

Auf der anderen Seite: was passiert, wenn ich mich auf ihr Spiel einlasse? Wenn ich so tue, als ob ich ihr die Geschichte der sterbenskranken Millionärswitwe glauben würde?

Was ich auf keinen Fall tun werde, ist das, was sie in der letzten Email an mich gefordert hat. Ich werde weder eine Kopie meines Personalausweises noch meine Telefonnummer an sie senden.

Also brauche ich einen gefälschten Personalausweis, eine gefälschte Identität. Wo man so etwas bekommt? Hinterm Hauptbahnhof, im Darknet, oder bei Konrad Kujau, der schon bei den Hitler-Tagebüchern herausragende Arbeit geleistet hat?

Ich werde mich schlau machen!

1 Kommentar

  1. Claudia

    Es bleibt spannend!!!!

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