a true crime experience

Das Gesicht der Mariya Singh

Tatsächlich erhalte ich ziemlich genau 24 Stunden nach meiner Antwort auf die Spam-Mail eine Email aus Indien. Allerdings geht der Absender nicht auf meine Fragen ein:

Hallo mein lieber Begünstigter

Ich danke Ihnen für Ihre dringende Antwort und Ihr Versprechen, mir zu helfen, diesen Fonds für wohltätige Zwecke zu spenden, wie ich Sie in meiner vorherigen E-Mail angewiesen habe. Die 60 Prozent dieses Geldes werden Ihr eigener Anteil für Ihre gut gemachte Arbeit sein und 40 Prozent Sie wird es verwenden und an die Wohltätigkeitsorganisation Menschen und Menschen in Not spenden.

Sie wissen, dass meine Situation hier im Krankenhaus als Krebsopfer sehr schwierig für mich ist, und ich möchte, dass Sie alle Ihre persönlichen Informationen wie unten angegeben per Post senden, damit ich mehr über Sie erfahren und die Deutsche Bank kontaktieren kann Indien, wo mein verstorbener Ehemann diese 10.850.000,00 € (zehn Millionen achthundertfünfzigtausend Euro) hinterlegt hat, damit sie die Prozedur der Transaktion mit Ihnen dringend beginnen, jetzt, da mein Arzt sagte, ich habe nur noch 3 Monate auf der Erde zu leben, bevor ich sterbe an der krebs- und schlaganfallkrankheit bin ich seit vielen jahren erkrankt.

Sie müssen mir Ihre unten aufgeführten Daten senden, damit die Verfahren für diese Transaktion sofort beginnen und diese Gelder an Sie überwiesen werden.

1) Ihr vollständiger Name
2) Telefonnummer
3) Ihr Foto oder Personalausweis
4) Name Ihres Landes
5) Ihren Ehestand
6) Ihr Alter
7) Ihren Beruf

Hinweis: Stellen Sie sicher, dass Sie beim Ausfüllen des Formulars Ihr Foto angehängt haben.

Scheinbar hat es Mariya auf meine Daten abgesehen. Aber handelt es sich hier tatsächlich nur um einen plump-dreisten Versuch, an meine persönlichen Daten zu kommen? Und was passiert dann damit? Wird dann auf meinen Namen irgendwo auf der Welt ein Konto eröffnet, über das kriminelle Machenschaften abgewickelt werden? Sollte ich die Sache nicht genau jetzt auf sich beruhen lassen? Ich lese weiter, was mir Mariya noch schreibt:

Sobald ich Ihre persönlichen Daten korrekt erhalte, werde ich sie an die indische Bank senden, bei der das Geld hinterlegt ist, damit sie Sie als den neu gewählten Begünstigten kennen kann, der das Geld nach mir erben wird, und ich werde Ihnen auch die Kontakte des geben Bank, damit die Bank die Transaktion sofort bearbeitet und ich möchte, dass Sie mir Ihr Foto oder Ihre Ausweiskopie zusenden, damit ich mehr über Sie erfahre.

Mariyas Satzbau strengt mich an. Immer wieder lese ich ihre Zeilen, um zu verstehen, was sie mir sagen möchte. Sie möchte scheinbar eine Kopie meines Ausweises, um mehr über mich zu erfahren.

Denken Sie daran, dass ich die Bank bereits über diese Transaktion informiert habe und einige davon habe Dokumente meines verstorbenen Mannes, die es der Bank ermöglichen, das Geld auf Ihr Konto ohne Zögern oder weitere Verzögerungen zu überweisen, der Kontoauszug und die Sterbeurkunde meines verstorbenen Mannes sind immer noch bei mir und ich werde sie Ihnen zusenden, wenn ich Ihre oben genannten erhalten habe Details, damit ich sie sofort an die Bank sende, damit sie mit der Arbeit an der Überweisung an Sie beginnen kann.

Ich versuche mich, in die Situation von Mariya zu versetzen. Eine schwerkranke Frau, die nur noch wenige Wochen zu leben hat und deren letzter Wunsch es ist, den Millionen-Nachlass ihres Mannes in guten Händen zu wissen. Somit ist es doch nur logisch, dass sie alles sehr schnell abwickeln möchte und, wie sie schreibt, bereits die Bank darüber informiert hat, dass die Transaktion des Geldes kurz bevor steht. Dabei weiß Mariya zum jetzigen Zeitpunkt nichts über mich und kennt nur meinen Namen.

Ich füge dieser Mail einige Kopien meiner Bilder bei, damit Sie meinen formellen Gesundheitszustand und meinen neuen Zustand jetzt sehen können, da ich sehr krank wurde, denn im Moment kann ich nur auf meinem Krankenbett schlafen und meine E-Mails abrufen und Antworte auf dich, also lass mich bitte nicht im Stich, ich brauche deine Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit gegenüber diesem Wunsch und ich bete, dass Gott uns allen hilft.

Tatsächlich sendet mir Mariya mit ihrer Email vier Anhänge:

Mariya schreibt weiter:

Ich warte auf Ihre dringende Antwort, wenn Sie bereit sind, mir bei diesem Vorschlag zu helfen, und ich möchte, dass Sie mir versprechen, dass Sie mich nicht verraten werden, sobald das Geld auf Ihrem Konto in Ihrem Land überwiesen ist, und ich habe auch mein Bild beigefügt damit du mich kennst und ich warte auf dein eigenes Bild.

Danke und Gott schütze dich.

Mit freundlichen Grüßen
Schwester Mariya Singh

Ich bleibe zurückhaltend und möchte die Dateien nicht einfach öffnen. Vielmehr nehme ich mir vor, die Anhänge später etwas genauer zu untersuchen und zu prüfen, ob es sich dabei wirklich nur um Bilder handelt. Oder ob es sich vielleicht um manipulierte Dateien handeln könnte, um Schadsoftware auf meinem Computer zu installieren…

2 Kommentare

  1. Claudia

    Interessant und sehr spannend! Wäre nie auf die Idee gekommen so eine Mail genau zu lesen, geschweige denn zu antworten!

  2. Angelika

    Ich finde, solche Machenschaften sollten auch noch in anderen Medien gezeigt werden, zur Warnung an alle.

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